Jahresveranstaltung in der Kulturweberei Finsterwalde widmete sich der Gesundheit von Pflegenden und neuen Unterstützungsangeboten
Wie können pflegende Angehörige entlastet, die Gesundheit von Pflegekräften gestärkt und bestehende Unterstützungsangebote besser genutzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Jahresveranstaltung des Netzwerkes Pflege Elbe-Elster am 14. Oktober in der Kulturweberei Finsterwalde. Unter dem Motto „Gesundheit stärken. Belastungen senken. Angebote nutzen.“ kamen knapp 100 Fachleute und Vertreter verschiedener Institutionen zusammen, um sich über Herausforderungen und Lösungsansätze im Pflegealltag auszutauschen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Pflegestützpunkt Elbe-Elster.
Landrat Marcel Schmidt würdigte die Bedeutung der Zusammenarbeit und das Engagement der Menschen, die sich beruflich oder privat für die Pflege einsetzen. „Gute Pflege braucht mehr als eine funktionierende Versorgung. Sie braucht Menschen, die sich kümmern, und Strukturen, die sie dabei unterstützen. Der Pflegestützpunkt leistet gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern einen wichtigen Beitrag, indem er Beratung ermöglicht, Akteure zusammenbringt und dabei hilft, Unterstützung dort verfügbar zu machen, wo sie gebraucht wird. Dieses Engagement ist für die Menschen in unserem Landkreis unverzichtbar“, betonte der Landrat.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen sowohl die Belastungen pflegender Angehöriger als auch die gesundheitlichen Herausforderungen im Pflegeberuf. Die Diplom-Psychologin Tanja Kalytta von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sprach über psychotherapeutische Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz und stellte das Projekt AnDem-RoSe vor. Michaela Wein, Oberärztin am Elbe-Elster-Klinikum und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, widmete sich der Frage, welche Faktoren im Pflegeberuf krank machen und welche die Gesundheit und Widerstandskraft stärken.
Ein weiterer Programmpunkt befasste sich mit guten Arbeitsbedingungen in der Pflege und der Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf. Dörte Magens stellte dazu ein Projekt der Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege vor.
Wie Entlastung im Alltag konkret aussehen kann, zeigte ein Podiumsgespräch mit verschiedenen Unterstützungsangeboten. Vorgestellt wurden unter anderem das Projekt „care@work“ der Caritas Finsterwalde, Urlaubsreisen und Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sowie die Pflege-Mediathek und Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung. Auch das Projekt „mittendrin.in Brandenburg“ und die Nachbarschaftshilfe im Land Brandenburg waren Thema.
Netzwerk stellt sich für die Zukunft auf
Das Netzwerk Pflege Elbe-Elster besteht seit mehr als einem Jahrzehnt. Im kommenden Jahr steht ein besonderes Jubiläum an: 2027 blickt es auf 15 Jahre Zusammenarbeit zurück. Im Februar 2026 wurde das Netzwerkkonzept neu gefasst. Ziel ist es, die pflegerische Versorgung im Landkreis entsprechend den regionalen Bedarfen weiterzuentwickeln, vorhandene Strukturen besser miteinander zu verknüpfen und Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen.
Die Grundlage bildet das Brandenburgische Landespflegegesetz. Im Mittelpunkt stehen eine bedarfsgerechte, wohnortnahe Versorgung, die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen sowie die Stärkung familiärer, nachbarschaftlicher und ehrenamtlicher Hilfen.
Das Netzwerk verbindet eine kreisweite Steuerungsebene mit regionalen Akteuren vor Ort. So sollen Erfahrungen und Bedarfe aus den einzelnen Regionen aufgenommen, Angebote besser bekannt gemacht und Schwachstellen in der Versorgung erkannt werden. Die übergeordnete Organisation und Koordination übernimmt der Landkreis Elbe-Elster in Zusammenarbeit mit Vertretern der Steuerungsebene.
Die Jahresveranstaltung bot Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und neue Impulse für die Zusammenarbeit zu gewinnen. Denn eine zukunftsfähige Pflege braucht nicht nur gute Angebote, sondern auch Menschen und Institutionen, die gemeinsam daran arbeiten, dass Hilfe bei den Betroffenen und ihren Angehörigen ankommt.
„Ich danke allen Referentinnen und Referenten sowie unseren Netzwerkpartnern für ihre fachlichen Impulse und ihr großes Engagement. Ein großes Dankeschön geht an alle Akteure, die für die Menschen im Landkreis sowohl ehrenamtlich als auch beruflich, aktiv sind. Der heutige Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie viele Angebote zur Verfügung stehen. Diese noch mehr bekannter zu machen, ist eine der Aufgaben, dafür brauchen wir alle Netzwerkpartner, damit die vielen guten Unterstützungsangebote die Menschen erreichen, die sie brauchen“, sagte Anja Miersch, Dezernentin für Bildung, Jugend, Soziales und Kultur.
Fotos: Pressestelle Kreisverwaltung/Tilo Wanka
Austausch und Vernetzung in der Pause: Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte für die Zusammenarbeit im Netzwerk Pflege Elbe-Elster zu knüpfen.
Bild zur Meldung: Netzwerk Pflege Elbe-Elster setzt auf Entlastung und Zusammenarbeit