Rückersdorfer Badesee

Strand am Rückersdorfer See

Badesee Rückersdorf

Der idyllische Bade- und Angelsee in Rückersdorf entstand durch den Kiesabbau. Ein Strand mit großer Liegewiese, Gastronomie und Spielplatz für die Jüngsten laden zum Erholen ein. Der Badesee Rückersdorf liegt etwa 7 km südlich von Doberlug-Kirchhain im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Naturräumlich gehört die Region zum Kirchhain-Finsterwalder Becken, das ein Teil des Lausitzer Becken- und Heidelands ist.
 

Der 12,7 ha große Badesee Rückersdorf ist ein Kiessee. Untersuchungen zur der Zusammensetzung des Kiessandes ergaben, dass es sich um Ablagerungen eines alten Elbeverlaufs handelt. Vor gut 300.000 Jahren, zwischen der Elster- und der Saalevereisung, schlängelte sich hier der sogenannte „Berliner Elbeverlauf“ bei Rückersdorf durch die Lausitz.


Die Dorfbewohner von Rückersdorf hatten das Vorkommen am Dorfrand schon lange als Baumaterial genutzt, als 1928 der Kiesabbau offiziell geregelt wurde. Die Förderung wurde jetzt stetig gesteigert, und mit der entsprechenden Fördertechnik und einem Bahnanschluss entwickelte sich die notwendige Infrastruktur. 1947 wurde dem Kieswerk ein Betonwerk angeschlossen.
Aus dem Restgewässer, das eine Fläche von 12,7 ha hat, entstand das Naherholungsgebiet Rückersdorf mit Bungalowsiedlung, Zeltplatz und Waldbühne, Bootsverleih, Kinderspielplatz, Sporteinrichtungen und Gaststätte. Die Badestelle, die jedes Jahr mit etwa 600 t gesiebtem und gewaschenem Sand aufgefüllt wird, hat einen flach abfallenden Nichtschwimmerbereich.


Eine Attraktion für Reiter ist die Pferdeschwemme, die 2004 nach einem Projekt des Naturparks und des Landwirtschaftsamtes am Rückersdorfer See in etwa 100 m Entfernung vom Badestrand entstand.
In der Vergangenheit kam es im Rückersdorfer See zu einer so starken Massenvermehrung von Unterwasserpflanzen, dass der Bade- und Angelbetrieb behindert wurde. Das Abmähen der Pflanzen brachte keinen Erfolg, sondern förderte im Gegenteil ihr Wachstum noch stärker.
Durch die ortsansässigen Kieswerke wurde dann eine neue Lösung versucht: Der Damm, der den Gewinnungsteich vom Badesee trennt, wurde geöffnet. Da der Gewinnungsteich etwas höher liegt, wurde hierdurch trübstoffreiches Wasser in den Badesee gespült, so dass das die verringerte Wassertransparenz das Pflanzenwachstum eindämmen konnte. Da die Trübstoffe irgendwann zu Boden sinken, muss die Maßnahme vermutlich wiederholt werden. Die Sichttiefen lagen in den vergangenen Jahren an der Badestelle während der Saison zwischen 1 und 2 m.
 

Die Badestelle „Rückersdorf, Hauptstrand“ wird entsprechend der Brandenburgischen Badegewässerverordnung
durch vierwöchentliche Probennahmen vom Gesundheitsamt des Kreises überwacht. Es gab keine Einzelwertüberschreitungen der mikrobiologischen Parameter E.coli und Intestinale Enterokokken. Gelegentlich kommt es kurzzeitig zu Massenentwicklungen
von Blaualgen, die an der Badestelle als grüne Schlieren sichtbar werden. Empfindliche Personen sollten in diesem Fall vom Baden absehen.


Text: Kerstin W öbbecke, Büro enviteam

 

Quellen:
„Trittsteine der Bergbaugeschichte – Radtour in die Vergangenheit und Gegenwart des Bergbaus“, Broschüre des
Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft
Lausitzer Rundschau 21.06.2011
www.mugv.brandenburg.de
www.naherholung-rueckersdorf.de